„Wirtschaft4.0“ vs. „Industrie4.0“

Der Wirtschaftsminister hat geladen – zum Fachdialog „Wirtschaft4.0“.

Etwa 50 Experten aus der Forschung, vom VDI und Praktiker aus der Wirtschaft kommen in der Denkfabrik im Magdeburger Wissenschaftshafen zusammen und diskutieren.

Das Eingangsstatement kommt vom Wirtschaftsminister – ich zitiere:

Von Industrie 4.0 zu Wirtschaft 4.0 – Chancen für die Unternehmen

Die Diskussion hat es in sich und wird mit Vehemenz geführt. Zu Recht, denn hier geht es nicht um ‚Wortklauberei‘. Vielmehr steckt hinter dieser Frage die grundsätzliche Orientierung der Wirtschaftspolitik in diesem Land und die zentrale Frage: Ist „4.0“ (also Digitalisierung) nur für große Industriebetriebe oder ist „4.0“ ein Thema für die gesamte Wirtschaft, also auch für den Zulieferer, den Gewerbetreibenden oder gar den Handwerker, den Weiterbilder, das Ingenieurbüro, das Reinigungsunternehmen oder den Pflegedienstleister?

Diese Diskussion ist auch keineswegs abstrakt, sondern sie wird darüber bestimmen, wie in diesem Land zukünftig Gelder für Innovation und Entwicklung verteilt werden bzw. welche Rolle die Breitband-Bedarfe der Wirtschaft spielen werden. Bildhaft könnte man auch fragen: Dürfen nur die großen Tiere die süßesten Früchte fressen oder gibt es auch was für die Kleinen?

Die TELEPORT-Position ist klar. Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt ist wie sie ist. ‚Big-Player‘ sind selten, es dominiert eher das ‚klein aber oho‘. Und genau so muss die Wirtschaft behandelt werden. Mitleidiges Lächeln und ‚das-ist-nichts-für-die-Kleinen‘ Gehabe verkennt, dass die Chance zum Halten und Ausbauen der Wettbewerbspositionen der ‚Kleinen‘ extrem an den Möglichkeiten der Digitalisierung hängt – das bestätigen auch die Vertreter der IHK und der Handwerkskammern.

Und mit Digitalisierung kann jeder anfangen. Meine Argumentation lautet hier wie bei allen anderen Gelegenheiten gebetsmühlenartig:

Cloud-basierte Technologien gewähren heute auch kleinen Unternehmen ohne große Investitionen Zugriff auf Dienstleistungen, die bisher ausschließlich Großunternehmen zur Verfügung standen. Von der Nutzung dieser Möglichkeiten hängen insbesondere für Kleine und Mittelständler Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumschancen ab.

Insofern sollte das Land Sachsen-Anhalt nicht nur Großinvestitionen von Cloud-Anbietern (hier T-Systems in Biere) fördern, sondern auch die Nutzung von Cloud-Technologien durch die heimische Wirtschaft mit Aufklärung und praktische Unterstützung fördern. Ich hatte den Eindruck, dass das verstanden wurde.

 

Durchblick


Einer fragte, siehst du was.

Durch, sagt ich, seh ich.
(Steffen Mensching, Erinnerung an eine Milchglasscheibe)

Man benennt es gern mit dem englischen Wort ‚Controlling‘. Ebenso gern wird das Wort – besonders im Deutschen – gern sehr eindimensional auf ‚kontrollieren‘ reduziert. Man tut ihm damit unrecht, denn es bedeutet ebenso auch ‚beherrschen‘, ’steuern‘ und ‚lenken‘. Im besten Sinne gemeint ist ‚Controlling‘ das Steuern eines Unternehmens – im schlechtesten Sinne schlicht ‚Erbsen-Zählen‘. Endlose Berichte und Zahlenkolonnen geben eben keineswegs ein tatsächliches Bild vom Unternehmen und sind das bevorzugte Einfallstor für den Selbstbetrug des Geschäftsführers, der sich die Situation ’schönrechnet‘.

Aber richtig angewendet können Zahlen eben auch helfen, das Unternehmen nicht nur zu ‚erfühlen‘ sondern auch rational zu verstehen. Nicht ausgelastete Produktionskapazitäten, überlastete Mitarbeiter oder Aufträge, die gerade dabei sind, im vorgesehenen Zeitraum nicht mehr erfüllbar zu sein – im Nachhinein ist man da immer schlauer, aber wie genau kann man dies vorhersagen?

Denn: vorgefertigte Berichte können ja immer nur die Probleme zeigen, die wir mit diesen Berichten antizipieren. Alle Fragen, mit denen man bisher unbekannten Problemen auf den Grund gehen möchte, benötigen üblicherweise neue Berichte, die man entweder nicht bekommt, später bekommt und/oder für teuer Geld von einem Dienstleister, der üblicherweise meist auch die Fragestellung nicht versteht (er ist ja IT-Dienstleister und nicht aus Ihrem Fachgebiet) usw. usf..

Wie wäre es also, wenn man selbst auf einfache Weise seine Daten ‚befragen‘ könnte? Wenn man eine Unregelmäßigkeit entdecken könnte und ihr gleichzeitig noch auf den Grund gehen könnte? Geht nicht? – Geht wohl!
Der Schlüssel zum Glück heißt PowerBI. Klinge ich ungewohnt euphorisch? Vermutlich, und ich will auch sagen, warum.

Erstens, dieses Werkzeug hat mich begeistert, insbesondere, da ich – nachdem ich einige Stunden Aufwand hineingesteckt hatte – viel mehr erreicht hatte, als ich mir zu Beginn hätte vorstellen können.

Zweitens, dieses Werkzeug ‚demokratisiert‘ die Massendatenanalyse (wahlweise auch Data Mining oder Data Warehousing genannt). Da es Cloud-basiert funktioniert, stellt es mir bedarfsweise die Rechenkapazitäten zur Verfügung, die ich im eigenen Unternehmen nicht habe, oder mir für nur einige Minuten Analysezeit im Monat nicht anschaffen möchte.

Drittens, PowerBI ist es ziemlich egal, woher die Daten kommen. es ist quasi ein ‚Allesfresser‘. EXCEL-Dateien, Datenbanken aber auch Web-Analyse-Werkzeuge und über sogenannte ‚Social-Konnektoren‘ Informationen aus Twitter und Facebook.

Viertens, PowerBI ist extrem produktiv. Bisher dauerte meine ‚Morgengymnastik‘ zur Auswertung der tagesaktuellen Daten ca. 15 Minuten – jetzt stehen sie sofort zur Verfügung.

Fünftens, PowerBI liefert echte Einblicke. Warum? Es ist interaktiv; genau damit überrascht es und wird zur produktiven Allzweckwaffe.

Nach soviel Ankündigung nun ein paar Beispiele.

Zunächst etwas Fiktives (naja, neutralisiert – von einem ‚lebendigen‘ Kunden):

20151117_Ueberblick_UN

Dargestellt ist die komplette Produktionsplanung eines metallverarbeitenden Unternehmens mit allen Einzelaufträgen, der Zerlegung der Einzelaufträge nach Arbeitsschritten, der Darstellung der einzelnen Arbeitsschritte nach geplantem Gesamtaufwand und (rechts unten) der Darstellung, für welchen der sechs betroffenen Beschäftigten wieviel Arbeitszeit für welche Arbeitsgänge geplant ist. Klickt man nun in das Feld ‚Fertigschweißen‘ links unten, so wird sofort klar, welcher Arbeiter für welche Aufträge wieviel Arbeitszeit für diesen Arbeitsschritt aufwenden soll.

20151117_Detail_UN

Die Grafik ist also interaktiv und erlaubt den ‚Drill-down‘. Das Ganze nochmal deutlicher am nicht-fiktiven Beispiel der Teleport GmbH:

Hier werden am untenstehenden Beispiel tagesaktuell alle (ja, ALLE, genau 849) Aktivitäten angezeigt, welche am 18.11.2015 im Unternehmen anhängig sind, genauer gesagt

  • wie viele Vorgänge verantwortet welcher Projektleiter / Projektleiterin (links oben)
  • welche und wie viele geplante Aktivitäten bzw. Aktionen gibt es tagesaktuell (rechts oben)
  • bei wem liegen die Vorgänge derzeit, wer muss sie ausführen (links unten)
  • wie verteilen sich die derzeitigen Fälligkeiten der Vorgänge auf der Zeitachse (rechts unten)

20151117_BI_Teleport_Ueberblick

Wenn ich jetzt herausfinden möchte, was an einem speziellen Tag anliegt, muss ich nur ‚draufklicken – schon sehe ich das folgende:

20151117_BI_Teleport_Detail

Ich kann erkennen, welche Aktionen an diesem Tag anliegen (rechts oben) und wer sie ausführen soll (links unten). Wenn ich die Maus über einen Balken bewege, erhalte ich die Zahlen im Detail (schwarzer Kasten).

Natürlich kann man neben produktiven auch ’schicke‘ Grafiken bauen und den Geschäftsführer beeindrucken (oder es mal probieren – bei mir klappt das eher selten). Aber um zu zeigen, das es geht, hier auch mal der übliche ‚Vertriebs-Expressionismus‘ …. 😉

20151117_BI_Teleport_Vertrieb

tl;dr:
Ob ‚Data Mining‘ oder ‚Business Intelligence‘ – dafür gibt es Werkzeuge für Unternehmens-Einblicke, die sogar ein Geschäftsführer bedienen kann (und dem bzw. der sollte das nun eigentlich wirklich am Herzen liegen).

PS I: PowerBI ist keine ganz neue Erfindung, sondern bei Teleport seit 07/2015 aktiv in Benutzung.
PS II: Aus Gründen des Datenschutzes sind personenbezogene Daten und vertrauliche Informationen unkenntlich gemacht worden.
PS III: „tl;dr“ bedeutet „too long; didn’t read“ zu deutsch etwa „zu lang, hab’s nicht gelesen“ Autoren das Kürzel, um Zusammenfassungen ihrer Texte in einer Kurzform anzubieten.
PS IV: Wenn Sie den Eindruck gewonnen haben, wir wüssten, wovon wir sprechen, klicken Sie hier. 🙂

Microsoft kündigt Cloud aus deutschen Rechenzentren an

Im Rahmen seiner Rede am 11.11.2015 in Berlin kündigte Microsofts CEO Satya Nadella den Aufbau einer Microsoft Cloud in zwei deutschen Rechenzentren an.

Hierüber werden Dienste wie Microsoft Azure, Office 365 und Microsoft Dynamics in Kürze direkt mit Standort Deutschland verfügbar sein.
Die Rechenzentrum mit Standorte Frankfurt am Main und Magdeburg werden von der T-System als unter dem deutschem Recht operierender Datentreuhänder betrieben. Die Technik kommt von Microsoft, es kann davon ausgegangen werden, dass die Sicherheitsstandards und Zertifizierungen der bisherigen Rechenzentren in Dublin und Amsterdam für diese angestrebt werden.
Die Verfügbarkeit der gesamten Dienstebandbreite wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ein Rollout ab Mitte 2016 ist derzeit realistisch.

Freifunk

So viel Einigkeit war selten: Der Landtag Sachsen-Anhalts hat einstimmig die Förderung von Freifunkinitiativen beschlossen. Was bedeutet das? Wird nun der Breitbandausbau über Freifunk realisiert? Ergießt sich ein warmer Geldregen über die sachsen-anhaltinischen Freifunker?

Weit gefehlt. „Der Landtag begrüßt… Der Landtag unterstützt grundsätzlich…Der Landtag regt an… Die Landesregierung wird gebeten..“ – das war schon der ganze Beschluss. Wozu also die ganze Aufregung?

„Wir kennen freies WLAN von Dienst- und Urlaubsreisen und den gleichen Service müssen wir auch hier anbieten“ erklärt CDU-Abgeordneter Ulrich Thomas und sein SPD Kollege ergänzt „So ein Landtagsbeschluss öffnet Engagierten vor Ort Tür und Tor“.

Was verschwiegen wird ist, wem denn auf diesem Wege sonst noch so Tür und Tor geöffnet wird: All denjenigen, die über freie WLAN-Zugänge nicht nur Gutes im Sinn haben, wie auf diesem Wege beispielsweise Flüchtlingsunterkünfte anzuschließen. Weniger gute Dinge sind beispielsweise Internet-Betrug, das Herunter- oder Hochladen von verbotenen Inhalten oder Hacker-Angriffe, die über solche freien Zugänge gefahren werden.

Beispiele gefällig? Stellen Sie sich für einen Moment vor, Sie stellen Ihr WLAN ohne Kenntnis der Nutzer Ihrer Nachbarschaft zur Verfügung. Was würden Sie sagen, wenn ein großer Versandhandel Ihnen eine Lieferung zukommen ließe, die nicht Sie, sondern ein missliebiger Mitbürgerin Ihrem Namen bestellt hat. Oder stellen Sie sich vor, dass ein Fremder über Ihr WLAN und Ihren Internetanschluss z.B. kinderpornografisches Material herunterlädt – eine klare Straftat. Sicher ist, dass dann der Staatsanwalt an Ihrer Türe klingelt und Sie in der Pflicht wären zu beweisen, dass Sie selbst nicht der Straftäter sind. Solange Sie dies nicht können, sind Sie in der sogenannten ‚Störerhaftung‘, haften also für alle Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die über Ihr WLAN und Ihren Internet-Anschluss begangen werden.

Nun muss man sich um das Risiko derjenigen Parlamentarier, die in ihrem Wahlkreisbüro (wohlgemerkt: nicht in ihrem Privathaushalt) Freifunk anbieten, wenig Sorgen machen – diese genießen ja bekanntlich strafrechtliche Immunität. Fatal ist allerdings, dass den Bürgern assoziiert wird, dass dies alles risikolos wäre und schon in Ordnung ginge. Hier wäre eine klare Risikoaufklärung für diejenigen (insbesondere jüngeren) Mitbürger ein Gebot der politischen Verantwortung – leider Fehlanzeige.

Natürlich wäre es auch denkbar, grundsätzlich einen Haftungsausschluss für alle ‚freifunkenden‘ Internet-Nutzer gesetzlich zu verankern. Wer dies möchte, sollte das tun – insbesondere sollten regierenden Parteien in Sachsen-Anhalt, die zufälligerweise auch die Bundesregierung stellen, nicht so tun als ob die entsprechenden Gesetze von fremden Mächten diktiert würden. Allerdings sollte in diesem Zusammenhang auch durch unsere Volksvertreter deutlich darüber gesprochen werden, ob eine Einschränkung der Verfolgbarkeit bestimmter Straftaten billigend in Kauf genommen werden soll, denn: wer das eine will, muss das andere mögen.

Sehen und gesehen werden

„9 von10 Geschäftskunden sagen, wenn sie etwas von Ihnen wollen, werden sie Sie finden“ (IDG Enterprise)

„Kunden sind zu 57% durch den Verkaufsprozess, bevor sie mit Ihnen sprechen“ (CEB – The High Performer Playbook)

Zugegeben: Man könnte zufrieden sein. Mit der im letzten Beitrag begonnenen Werbekampagne wurden die Zugriffszahlen auf die Unternehmens-Präsenz im Internet seit einem Monat nachhaltig erhöht – das war sicherlich kein ‚Strohfeuer‘ und wird aufgrund der kontinuierlichen Printwerbung auch keines werden.

Jedoch: Viel spannender als irgendwelche Interessenten auf die Internet-Präsenz zu holen, ist es, die Interessenten für unsere Produkte und Dienstleistungen anzulocken, die uns womöglich noch gar nicht kennen. Das heißt, Menschen, die zum Beispiel nach ‚Systemhaus‘ und ‚Magdeburg‘ oder ‚Halle‘ suchen, sollten uns nach Möglichkeit auch dann finden, wenn sie nicht ‚Teleport‘ eingeben. Da wird es schon etwas anspruchsvoller, aber wie verspeist man gleich nochmal einen Elefanten? Richtig – scheibchenweise. Und das geht in unserem Falle so:

30.10.15
Erster Schritt: Ein Ziel setzen.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie selbst wären Ihr eigener potentieller Kunde. Unter welchen Suchbegriffen würden Sie Ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen suchen? Also heißt es, diese erst einmal aufzuschreiben. Aber Vorsicht – Sie selbst kennen genau die Bezeichnungen und Fachbegriffe für Ihre Produkte; das kann für Ihre Kunden schon ganz anders sein. Wozu wir bei Teleport selbstverständlich VPN (virtuelles privates Netzwerk) sagen, ist für ‚normale Menschen‘ ein Firmennetzwerk, ein Extranet oder einfach nur ein Datennetz. Will sagen, es ist sinnvoll, auch Synonyme und Sammelbegriffe als Suchbegriffe aufzuschreiben – zur Not fragt man halt ‚normale Menschen‘.

Gleichwohl – die Suchbegriffe allein sind noch kein Ziel. Also ist es notwendig, sich die Frage zu beantworten, wie vielen passenden Suchergebnissen man eigentlich selbst nachgehen würde. Sicher, wenn ich gar nichts passendes finde, würde ich auch bei Google oder Bing zwei oder drei Seiten Suchergebnisse durchblättern – viel mehr aber auch nicht. Also könnte das Ziel sein, mit den betreffenden Suchbegriffen innerhalb der ersten 10 oder schlimmstenfalls 30 Plätze zu landen.

Schlussendlich tut aber auch eine Prise Realismus gut – mit dem Begriff ‚Datennetz‘ allein in den ersten 30 Rängen zu landen ist komplett unrealistisch. Allerdings sucht auf diese Weise auch kaum ein Kunde. Üblicherweise wird gern auch eine geografische Eingrenzung vorgenommen, z.B. Sachsen-Anhalt oder Magdeburg.

Aus all dem wird ein erstes Ziel: In den geografischen Gebieten Sachsen-Anhalt, Halle/S. und Magdeburg sollen die wichtigen Stichworte zu unseren Produkten und Dienstleistungen bei Suchanfragen innerhalb der ersten 30 Suchergebnisse landen.

1.10.15
Zweiter Schritt: Status Quo feststellen.

Um prüfen zu können, ob denn die dazu notwendigen Maßnahmen überhaupt irgendeinen messbaren Effekt haben, muss erstmal der aktuelle Stand festgehalten werden. Das ist mühsam aber unvermeidbar. Ich habe mir auf 61 relevanten Begriffskombinationen die Trefferposition aufgeschrieben. Um den Aufwand zu begrenzen, habe ich für alle Suchkombinationen, die nicht unter die ersten hundert Treffer kamen, Position 100 angenommen.
Erstes Ergebnis: Der Mittelwert aller Trefferpositionen liegt bei 73,5 – naja. Einige Ergebnisse sind ermutigend, andere ernüchternd.

2.10.15
Dritter Schritt: Was tun.

Keine Angst – jetzt folgt kein Fach-Chinesisch. Aber: am Anfang steht natürlich immer erst einmal das ‚wissen-wollen‘ und das ‚lieber gut nachgemacht als schlecht selbst ausgedacht‘. Das heißt, Leute fragen, suchen, lesen und ausprobieren. Einen Satz fand ich bemerkenswert und will Ihnen den nicht vorenthalten:

„Den meisten Unternehmen ist sicherlich nicht bewusst, dass ihre Startseite für das Produkt ‚Herzlich Willkommen‘ oder das Produkt ‚Startseite‘ optimiert ist“ Oliver Fischer, SEO-Experte

7.10.15
Dritter Schritt: Ergebnisse abwarten und abholen.

In der Tat zählt ein ganz klein wenig Geduld zu den Tugenden der Suchmaschinen-Optimierung. Kaum ein Ergebnis lässt sich von einer Stunde auf die andere abholen. Nach weniger als einer Woche sind die Ergebnisse aber abzählbar: Der Mittelwert aller Trefferpositionen hat sich im Durchschnitt um 10 Plätze verbessert. Immerhin. In einigen Kategorien haben wir es definitiv auf die erste Seite geschafft (Systemhaus, Wissensmanagement, Azure, Cloud+Sachsen-anhalt). Andere Kombinationen haben es nachvollziehbar schwerer – so stellt man bei der Kombination ‚Cloud+Halle‘ fest, dass es einen erfolgreichen Hollywoodfilm namens ‚Cloud Atlas‘ mit der Schauspielerin Halle Berry gibt, der hier sicher auf lange Zeit die Trefferlisten anführen wird. Wieder andere Kombinationen geben uns Rätsel auf – schließlich gibt aber kaum ein Suchmaschinenbetreiber gern seine Such- und Bewertungsalgorithmen preis.

Und so bleibt bis auf Weiteres ein langer…

…vierter Schritt: Dranbleiben!

Wirkungen

„Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist.“ Henry Ford

Vielleicht haben Sie auch schon einmal eine Print-Werbung geschaltet. Und vielleicht hatten auch Sie das flaue Gefühl, dass Sie möglicherweise mit dem dafür aufgewendeten Geld andere, bessere Dinge hätten tun können.

Ja natürlich, Henry Ford sagte auch: „Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“. Trotzdem steht immer wieder die Frage: lohnt sich das? Aus welchen 50% meines Werbebudgets habe ich gerade Geld ausgegeben?

Im Fall unserer unlängst gestarteten Kampagne „Folgen Sie uns auf dem Weg zum digitalen Vorzeigeunternehmen“ wollten wir es genauer wissen und haben uns die Reaktionen im Internet mal etwas detaillierter angeschaut. Wie die Grafik zeigt, ist das bisherige Ergebnis qualitativ in Ordnung und zeigt sowohl zeitlich als auch geografisch eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung. Man kann erkennen, dass die Anzeige in der IHK-Zeitschrift Halle auch genau in diesem Raum besondere Wirkung erzeugt hat; der Vergleich mit dem Zeitraum vor der Kampagne zeigt auch die Signifikanz des Effektes.

Quantitative Erkenntnisse gab es natürlich auch, z.B.:

  • 52% der Nutzer haben die Seite direkt adressiert, 26% vorher über Google gesucht, der Rest folgte Links
  • 86% der Nutzer sind tatsächlich neue Nutzer, die unsere Website noch nie besucht hatten
  • die durchschnittliche Verweildauer war 3:06 Minuten
  • es wurden durchschnittlich 3,22 Seiten je Besuch aufgerufen
  • 25,7% der neuen Nutzer kamen aus Halle
  • Noch ein paar Daten gefällig? Gern:

  • 54% der Nutzer waren männlich
  • 27,5% der Nutzer sind zwischen 18 und 24 Jahre als, 33% zwischen 25 und 34 Jahre usw.
  • 85% der Nutzer nutzten ihren Desktop-PC, 11% ein Smartphone und 5% ein Tablet
  • 39% nutzten ein iPhone, 13% ein iPad, 12% ein Windows-Phone
  • Und so weiter, und so fort…

Das sagt uns in der Tat eine Menge über unsere Kampagne: Sie hat zeitlich und geografisch Wirkung erzeugt und bei Lesern des Print-Mediums dafür gesorgt, dass sie sich im Internet weitergehend informiert haben. Dabei haben wir nicht nur Nutzer adressiert, die uns schon kannten, sondern vorrangig neue Nutzer gewonnen. Diese haben sich im Durchschnitt mehr angesehen als nur die Eingangsseite.

Bis hierher ist das Ganze relativ unaufwändig – auch Sie können relativ einfach erfahren, welche Resonanz Ihre Aktivitäten auf Ihre On-Line-Präsenz hervorrufen. Interessant werden solche Erkenntnisse natürlich erst im Vergleich verschiedener Werbekampagnen. So werden wir in den nächsten Wochen lernen, welchen Effekt verschiedene Platzierungen oder Motive haben. Dazu später mehr – bleiben Sie neugierig!

Kampagnenstart

Seit Anfang der Woche kommunizieren wir unsere neue Strategie auch in den Markt – im ersten Schritt mit einer ganzseitigen Anzeige in der IHK-Zeitschrift des Kammerbezirkes Halle-Dessau. Weitere werden folgen.

Nachzulesen im Blog DigitalerWandel.teleport.de haben wir die letzten Wochen damit verbracht, unser Motto „Folgen Sie uns auf dem Weg zum digitalen Vorzeigeunternehmen!“ nicht nur medial vorzubereiten, sondern vor allem inhaltlich auf diesem Weg voranzukommen.

Die Entscheidung, offen und transparent unseren Weg für Sie erlebbar zu machen, setzt uns natürlich unter Handlungsdruck – und das ist gut. Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse und Erfolge Sie inspirieren und dass Sie gemeinsam mit uns aus unseren Misserfolgen und Problemen lernen.

Natürlich freuen wir uns, wenn auch Sie sagen: ‚das will ich auch können‘ oder ‚das ist ja einfach‘. Gern gehen wir mit Ihnen bzw. Ihrem Unternehmen den Weg des digitalen Wandels gemeinsam – sprechen Sie uns gern an!

Statusmeldung

„Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag der Zufall sie zu treffen“ Friedrich Dürrenmatt

Ob man es mag oder ob man es nicht mag – wir haben (zumindest unser geschäftliches Leben) vom Funktionieren von Technik abhängig gemacht. Das wird besonders dann sichtbar, wenn sie nicht funktioniert. So auch gestern. Der Sachverhalt ist oft nur eine Randnotiz in der Tageszeitung wert: ‚Kabeldiebstahl an der Bahnlinie Magdeburg-Dessau‘.

Wie muss man sich das vorstellen?
Vor Ort sieht das so aus: Jemand öffnet den Kabelschacht an einer Bahnstrecke an zwei Stellen, nimmt eine Kettensäge und trennt wahllos alle Kabel durch. Kupferkabel werden herausgezogen, Glasfaserkabel bleiben liegen. Kaputt sind sie ohnehin – für den Täter egal.

Die Glasfaserleitungen sind jedoch der Lebensnerv der digitalen Kommunikation. In den angeschlossenen Vermittlungsstellen gehen die sprichwörtlichen Lichter aus, Kunden können plötzlich nicht mehr telefonieren. Im konkreten Fall nur ein Teilschaden – immerhin kommen noch alle Telefongespräche an.

Bei Teleport gehen die Lampen auf ‚rot‘ – Massenstörung. Innerhalb von vierzig Minuten gibt es über vierzig Störungsmeldungen von Kunden – weitere folgen den ganzen Tag über. Da die Störungsmeldung bereits nach fünf Minuten beim zuständigen Netzbetreiber platziert wurde, bleibt der eingeübte administrative Prozess: Störungsmeldungen in ‚Tickets‘ aufnehmen, Störungsanmeldungen versenden, die Kunden proaktiv bzw. auf Nachfrage informieren. So wichtig der Informationsfluss für den Kunden ist – echte Wertschöpfung beinhaltet er nicht.

Und da stellt sich die Frage: Wie wäre es, wenn Kunden auch ohne Anruf sehen könnten, welche Störungen anliegen und ob sie betroffen sind. Und wie wäre es, wenn sie automatisch bei jeder Aktualisierung sowie bei Störungsende automatisch informiert würden?

Ab jetzt geht das – und zwar so:
Alle Statusmeldungen zu aktuellen größeren Wartungsarbeiten und Störungen – aus Gründen des Datenschutzes nicht für individuelle Störungen – sind ab jetzt unter status.teleport.de einsehbar. Jeder, der am Verlauf einer solchen Maßnahme interessiert ist, kann sich über den weiteren Verlauf automatisiert informieren lassen, indem er diese ‚abonniert‘.

Das heißt für die Kunden: Sofortige Information, laufende Weiterinformation über den Verlauf sowie Abschlussinformation über das Ende einer Wartungsmaßnahme oder Störung. Das heißt für unsere Mitarbeiter: mehr Zeit für die eigentliche Störungsbearbeitung bzw. für individuelle Hilfestellungen für unsere Kunden.

Hört sich einfach an, ist es – zumindest technisch – auch. Am Anfang steht allerdings nicht die technische Frage sondern die der Transparenz: sollen wir wirklich alle Störungen für den Kunden nachvollziehbar machen? Machen wir uns dadurch nicht angreifbar?

Antwort: In der Abwägung von einerseits besserer Qualität einer zeitgemäßen Kundeninformation sowie der Effizienz der eigenen Arbeit und andererseits der Sorge davor, dass Kunden die Tatsache wahrnehmen, dass es auch technische Störungen geben kann und gibt, in dieser Abwägung fällt die Entscheidung leicht.

Wirtschaftspolitischer Dialog: „Two speed IT“ versus „Two speed IT policy“

Der Wirtschaftsminister lädt ein: „Digitalisierung als Innovationsmotor für kleine und mittlere Unternehmen“ – ein großer Titel. Tatsächlich sind 90 Teilnehmer angemeldet und finden sich unter spät-hoch-sommerlichen Temperaturen in den kühlen Gemäuern des Salbker Wasserturms auch größtenteils ein. Eine bunte Mischung aus IT-Unternehmen und Anwendern – viele der ‚üblichen Verdächtigen‘ sind diesmal nicht dabei, dafür viele neue und interessierte Gesichter.

Als Praktiker und IT-Verbands-Mensch darf ich in 10 Minuten ein Statement von mir geben. Zunächst das Übliche:

    Sachsen-Anhalt braucht eine Digitale Agenda – hier ist ein Start gemacht und wir warten auf Ergebnisse bzw. eine Idee, wie diese Agenda entstehen soll – sicher nicht im ’stillen Kämmerlein‘ der Staatskanzlei.

    Die Wirtschaft braucht ‚echtes Breitband‘ – DSL führt langfristig in die Sackgasse. Ersatztechnologien wie LTE und VDSL sind in Sachsen-Anhalt für die Wirtschaft praktisch unbrauchbar.

    Das Netz von IT-Ausbildungseinrichtungen muss erhalten und gestärkt werden – insbesondere ist die Informatik-Ausbildung am Standort Halle zu erhalten!

Dann ein Blick in eine aktuelle Studie von McKinsey (http://mckinsey.de/mckinsey-studie-zu-industrie-40-deutsche-unternehmen-trotz-wachsender-konkurrenz-zuversichtlich)

    Unternehmen müssen datenbasiert wirtschaften: bisher werden nur 1% der Daten genutzt – dagegen steht ein Produktivitätspotential von 30%. Dazu ist es nicht nur notwendig – wo auch immer – Daten zu erheben. Sie müssen gespeichert, verarbeitet und ausgewertet werden. Um eine Auswertung zu fahren benötige ich jedoch vor allem eines: Jemanden der Fragen stellt, die beantwortet werden können. Und dieser Jemand kann nur jemand mit Verantwortung für das Unternehmen sein – typischerweise der Chef.

    Unternehmen müssen sich den Zugang zum Kunden sichern. Stichwort ‚Lieferheld‘ oder ‚MyHammer‘ – es ist beängstigend, mit welcher Leichtfertigkeit Unternehmen den Kontakt zum Kunden anderen Plattformanbietern in die Hand geben. Wenn ich nicht weiß, wie on-line Kundenbindung geht, muss ich halt mal jemanden fragen!

    „Two speed IT“ zu deutsch „IT der zwei Geschindigkeiten“ – eine sinnvolle Strategie oder ein neuer Hype?
    McKinsey sagt in seiner Studie: „Industrieunternehmen sollten im Sinne einer „Two-speed IT“ neben ihrer bestehenden IT-Struktur gezielt Möglichkeiten eröffnen, Schnelligkeit wie in Startups abzubilden“. Schon bei der Micrososft Welt-Partner-Konferenz wurde dieses Thema von den Analysten und Zukunftsforschern intensiv diskutiert: Wie verzahne ich den Innovationszyklus meiner Branche (z.B. in der Automobilindustrie drei Jahre) mit dem immer schnelleren Innovationszyklus der IT? Die Antort soll in der IT der zwei Geschwindigkeiten stecken – solide und langfristige Kundenbeziehungen und nachhaltige Produktentwicklung verbunden mit dem „Agieren wie ein Start-Up Unternehmen“.

Da es ein wirtschaftspolitischer Dialog ist, stellt sich die Frage, ob nicht nur die IT-Entwicklung und Anwendung zwei Geschwindigkeiten in einer Organisation verkraften muss, sondern auch die IT-orientierte Wirtschaftspolitik. Wie können Förderprogramme oder politische Entscheidungszyklen mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt halten? Konkret: Wieso entscheidet eigentlich der Bildungsausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt am 2.9. über eine Absichtserklärung des Landes gegenüber Microsoft, welche schon am 31.5. ihre Bindungsfrist verloren hat?

Der Abend klingt mit einer Podiumsdiskussion und der Quintessenz aus, dass Unternehmen sich umschauen müssen, auch mal was abgucken dürfen und vor allem eines tun müssen: Sich bewegen! Denn mitunter gibt es nicht nur keine „IT der zwei Geschwindigkeiten“ sondern nicht einmal die „IT der einen Geschwindigkeit“.

Wenn Kunden wüssten, was Kunden wissen (müssten)…

Ich wurde zu einem – nennen wir es Projekt-Brainstorming – in die experimentelle Fabrik eingeladen; eingeladen hat die METOP GmbH und es geht um das Thema „Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnvoationen von morgen“.

Hingegangen bin ich vor allem, weil es um einen unserer kommunalen Kunden geht, eine Stadt in der Altmark. Teleport versorgt für diesen Kunden heute 36 Standorte mit Telekommunikation und Internet. Hingegangen bin ich auch, weil wir als Systemhaus für den digitalen Wandel natürlich gefragter Ansprechpartner sind.

Die interessanteste Erkenntnis des Tages ist allerdings, dass es vor den „Dienstleistungsinnovationen von morgen“ oftmals an den „Dienstleistungsinnovationen von heute“ mangelt. Im Gespräch mit der Vertreterin der Stadt wird deutlich, dass es an grundlegenden Dingen mangelt, wie z.B. einer städtischen Lehrstellenbörse auf der Website der Stadt. Sollte eigentlich nicht allzu schwierig sein, Teleport hat erst vor einigen Wochen für den Cluster IT Mitteldeutschland ein Job-Portal in Betrieb genommen (http://www.it-mitteldeutschland.de/nc/meta/jobportal). Im Gespräch wird deutlich, dass viele andere „Dienstleistungsinnovationen von heute“ auch noch nicht in der Fläche bekannt sind, wie z.B. das Online-Beteiligungs-Portal ‚Sagsunseinfach.de‘ (http://sagsunseinfach.de/) mit dem Bürger digital schnell und direkt auf Probleme und Missstände in ihrer Kommune hinweisen können. Etwa 30 Städte in Sachsen-Anhalt, Hessen und Niedersachsen nutzen diesen Dienst schon – demnächst vielleicht auch unsere Stadt mit den „Dienstleistungsinnovationen von morgen“…