Kleine digitale Wunder – Versuch eines IT-politischen Jahresrückblickes

Es ist Vorweihnachtszeit; Zeit der kleinen Wunder und der Rückblicke auf dieselben – denn deren hatten wir in diesem Jahr doch Einige.

Ziemlich genau vor einem Jahr war die Frage, ob sich das Land Sachsen-Anhalt überhaupt an der CeBIT 2015 beteiligen würde, mangels politischen Interesses noch immer nicht entschieden – diese Entscheidung fiel erst genau vor Weihnachten – glücklicherweise in positiver Richtung. Durch das Miteinander von Finanzministerium, IMG und IT-Verband konnte ein neues Konzept mit großer Resonanz und außergewöhnlicher medialer Beachtung umgesetzt werden. Noch besser: bereits im Mai 2015 konnten Unternehmen sich für die Teilnahme an der CeBIT 2016 entscheiden und anmelden – für sachsen-anhaltinische Verhältnisse einfach sensationell!

Parallel zur Vorbereitung der CeBIT startete der Branchenverband VITM seinen Vorstoß zu einer Digitalen Agenda für Sachsen-Anhalt. Nachdem sich dieses Thema – u.a. durch den Erfolg der CeBIT-Aktivitäten – in der landesweiten Wahrnehmung immer stärker etablieren konnte, wurde auf einem gemeinsamen Parlamentarischen Abend unter Beisein nahezu aller Fraktionsvorsitzenden der Grundstein dafür gelegt, dass das Thema Digitalisierung in den Wahlprogrammen der wichtigsten Parteien nachhaltig verankert wurde. Trotz Wahlkampf ist es gelungen, neben den Wählerstimmen auch die Wertschöpfung im Breitbandausbau zu positionieren und deutliches Interesse auf dieses für die wirtschaftliche Entwicklung der sachsen-anhaltinischen Unternehmen so wichtige Thema zu lenken.

Ein weiteres kleines Wunder fand im Stillen statt. Noch vor einem Jahr hätte niemand auf den Erhalt der Informatik-Ausbildung in der Martin-Luther-Universität Halle wetten mögen. Ende September eine kleine aber feine Randnotiz: Prof. Dr. Wolf Zimmermann vom Institut für Informatik wird zum Prorektor für Lehre gewählt. Auch wenn es keine offizielle ‚Entwarnung‘ gab: Schließungskandidaten werden wohl eher selten auf solche Positionen berufen.

Ein Weihnachtswunder, auf das wir noch über Weihnachten hinaus warten müssen, hatte uns das Jahr 2015 über beschäftigt: das Land Sachsen-Anhalt beabsichtigt nach wie vor, alle Lehrer und Schüler des Landes mit Office365 Lizenzen auszustatten. Nach erheblichen Diskussionen im Landtag und dessen Gremien gibt es heute keinen Zweifel mehr an der politischen Mehrheit für dieses Ansinnen – der Umsetzung des politischen Auftrages durch das Finanzministerium und das Kultusministerium blicken wir mit Spannung entgegen.

Ironischer Nebenaspekt: die Forderung, alle Daten für eine solche Schulcloud müssten unbedingt in Sachsen-Anhalt verbleiben, konnten durch die ‚Deutsche Cloud‘ von T-Systems und Microsoft in Biere/Sachsen-Anhalt vor wenigen Tagen eindrucksvoll erfüllt werden – auch ein kleines digitales Wunder.

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